Der Zusatz „EMILIA“ für unsere Waldschule entstammt unserem bildungsphilosophischen Fundament: der Reggio-Pädagogik.
Dieses pädagogische Prinzip aus der kleinen Stadt Reggio Emilia im Norden Italiens hat mit ihrem handlungsorientierten Ansatz weltweit Beachtung und Anerkennung für ihre fortschrittliche Arbeit mit Kindern hervorgerufen. 1991 erhielt sie von der UNESCO sogar die Auszeichnung „weltbeste Vorschulpädagogik“. Einer der bekanntesten Vordenker dieser Bildungsphilosophie war Loris Malaguzzi (1920 – 1994).
Mit der Reggio-Pädagogik haben wir eine Bildungsphilosophie gefunden, die die Ideen und Erkenntnisse der konstruktivistischen Erkenntnis- und Lerntheorie sowie der neueren Hirnforschung (insbesondere Hüther, Roth, Singer, Spitzer) in die Praxis umsetzt. Die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung zu der Frage „Wie lernen Kinder?“ decken sich mit den Erfahrungen der Pädagog*innen aus Reggio Emilia: Hirnforschung und der reggianische Ansatz schenken vor allem dem Ästhetischen, dem Kreativen, dem Poetischen die größte Bedeutung. Das „Berührt-Sein“, die Verknüpfung von kognitivem Wissen und Emotion ist integraler Bestandteil der reggianischen Bildungsphilosophie und in unseren Augen ein essenzieller Bestandteil von intrinsich motiviertem Lernen.
„Jeder Lernakt kann als kreativer Akt verstanden werden. Nicht nur, weil er notwendigerweise etwas Neues hervorbringt, sondern auch, weil sich im lernenden Subjekt während des Lernprozesses etwas Kreatives vollzieht.“ (Rinaldi)
Oberste Zielsetzung sollte daher sein, alle Sinne der Kinder zu sensibilisieren und ihren forschenden Geist zu unterstützen, so dass sie ihre Fantasie entwickeln und erproben können und sich gleichzeitig die Welt in ihrem Tempo und auf ihrem eigenen Weg aneignen.
Deswegen steht im Zentrum dieser Pädagogik die Ästhetische Bildung, die die sinnlichen Wahrnehmungs- und Ausdrucksformen der Kinder stärkt und jedem Kind einen eigenen Zugang zu den Lerninhalten ermöglicht. Das Gedicht „Hundert Sprachen des Kindes“ von Malaguzzi macht es deutlich: