Unser Schulprofil

Waldpädagogik an unserer Schule:

Wissenschaftliche Studien, die Kinder in Regelkindergärten mit Kindern, die einen Waldkindergarten besucht haben, vergleichen, sind sehr deutlich: Im Schnitt verfügen Waldkindergartenkinder über eine sehr eloquente Ausdrucksweise und zeichnen sich durch hohe Leistungsfähigkeit aus. Sowohl hinsichtlich Phantasie und Kreativität als auch bei der Mitarbeit im Unterricht, dem sozialen Verhalten und ihrer Motivation schneiden sie kompetenter ab als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler aus Regelkindergärten.

Aus den Studien geht auch hervor, dass sich Kinder aus Waldkindergärten nicht nur intellektuell schneller entwickeln, sondern auch ihre physische Gesundheit davon profitiert. Ein Vergleich zwischen einem Regelkindergarten und einem Waldkindergarten ergab, dass die Kinder im Regelkindergarten fast drei Mal so oft krank waren, wie die Waldkindergartenkinder. Das Immunsystem wird im Wald durch die verschiedenen Witterungsbedingungen, sowie durch den Kontakt mit Pflanzenstoffen, Tieren, Würmern und Keimen nachhaltig gestärkt. Durch die tägliche Bewegung im Freien werden Fehlentwicklungen an der Wirbelsäule und der Rückenmuskulatur vorgebeugt. Der tägliche Aufenthalt in der freien Natur unterstützt ebenfalls eine positive Entwicklung der kindlichen Motorik und Wahrnehmung in den Bereichen Grob- und Feinmotorik, Koordination, taktiler Wahrnehmung und Tiefensensibilität.

Eine Studie, die unter anderem durch die Uni Heidelberg begleitet wurde, zeigt, dass die Bewegung, integriert im Draußen-Unterricht, zu einer starken Abnahme des Cortisol-Wertes führt. Dies wiederum reduziert den Stress und erhöht die Aufnahmefähigkeit der Schüler*innen. Ebenso konnte festgestellt werden, dass Kinder, die die meiste Zeit im Wald verbringen, meist emotional sehr ausgeglichen sind und weniger Verhaltensauffälligkeiten wie geringe Konzentrationsfähigkeit oder Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) zeigten.

"Bewegung ist nötig, um Gedanken zu verankern."

Gerald Hüther

Zudem fördert eine erhöhte körperliche Aktivität die kognitiven Gehirnfunktionen. Auch Vitamin D, das Sonnen-Vitamin, das unser Immunsystem unterstützt, ist zusätzlich für wichtige Prozesse im Gehirn verantwortlich. So lässt sich nachweisen, dass durch das Sonnenlicht der Neurotransmitter Dopamin ausgeschüttet wird, was wiederum die Freude am Lernen erhöht und das Erlernte besser verankert.

Der Wald: Lernen mit allen Sinnen

Weitere Studien zeigen, dass wir uns am wohlsten und glücklichsten fühlen, wenn in unseren Tätigkeiten möglichst die Gesamtheit unserer Sinne angesprochen wird. Nur das, worauf unsere Aufmerksamkeit gerichtet ist, wird im Gehirn verankert. Werden mehrere Sinne angesprochen, wird die Leistungsfähigkeit gesteigert. Die Natur und insbesondere der Wald mit seinem reichhaltigen Potential an Raum, Materialien, Formen, Farben und Aggregatszuständen bietet das ideale Umfeld, eigene Gestaltungs- und Ausdruckswege zu entdecken. Die Sinne werden auf vielfältige Weise angesprochen.

Die Naturmaterialien besitzen großen Aufforderungscharakter zu kreativem und phantasievollem Spiel und zum Experimentieren. Sie sind beliebig einsetzbar und besitzen eine natürliche Ästhetik. Dadurch wird die Kreativität der Kinder angeregt. Dies wiederum spricht unmittelbar das Belohnungszentrum im Gehirn an. Spezielle Botenstoffe, Endorphine, werden ausgeschüttet, die ein gutes Gefühl auslösen. Die Konzentrationsfähigkeit wird so auf natürliche Weise gesteigert, die Kinder sind wacher, klarer in ihrer Tätigkeit und schöpferischer in ihrem Umgang mit selbst auferlegten Aufgaben. Daraus entsteht ein innerer Antrieb, sich weiter auszuprobieren. Dabei verlieren sich Kinder positiv in ihren selbstgestellten Aufgaben und verbinden sich mit ihnen. Eine echte Freude am Lernen entsteht und das Erlernte wird somit auch nachhaltig im Gedächtnis angelegt.

„Nichts ist im Verstand,
was nicht vorher in den Sinnen gewesen ist.“

Aristoteles

Ästhetische Bildung an unserer Schule

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Kinder grundsätzlich auf einer ästhetischen Ebene lernen. Sie staunen über Phänomene, experimentieren, verkleiden sich, entwerfen Szenarien einer eigenen Welt. Kinder und Jugendliche bekommen dadurch einen Zugang zur Wirklichkeit in einer von ihnen bevorzugten Form. Sie erhalten so ein eigenständiges Bild von der Welt und können sich auf diese Weise besser darin zurechtfinden. (Vgl. Duncker 2018, S.9) Kreative Ausdrucksformen und Wahrnehmungsebenen gehören bei uns in jedem Fachunterricht und beim fächerübergreifenden Arbeiten dazu. An unserer Schule werden die Inhalte des allgemeingültigen Bildungsplans des Landes Baden-Württemberg durch künstlerische Zugänge in Projekten mit allen Sinnen erfahrbar gemacht.

Anhand vieler bereits bestehender Forschungen, kann inzwischen empirisch begründet werden, dass bereits die reine künstlerische Betätigung die Bildungschancen zahlreicher Kinder erhöht. So besitzen Schüler*innen, die sich vermehrt mit ästhetischen Lernbereichen Tanz, Theater, Musik, Malen etc. auseinandersetzen unter anderem ein besseres akustisches Wahrnehmungsvermögen, eine größere Geschicklichkeit beim Planen und Lösen bestimmter Aufgaben sowie die Fähigkeit, unterschiedliche Gesichtspunkte bei ihrem eigenen Urteilen zu berücksichtigen.

Bei der musikalischen Tätigkeit wurden besonders Effekte auf das räumliche und zeitliche Vorstellungsvermögen von Kindern festgestellt. Das Schultheater fördert die Verständnisfähigkeit für Texte, sowie die Identifikationsfähigkeit im Hinblick auf soziale Charaktere, kommunikative Fähigkeiten und die Fähigkeit zur Lösung von Konflikten. Der Tanzunterricht fördert das Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen und kreatives Denken.

So sollen in unserer Freien Waldschule Heidelberg-Ziegelhausen didaktische Arrangements auf ästhetische Phänomene und Fragen ausgeweitet werden. Entsprechend dynamisch muss das Curriculum gestaltet werden. Als Basis dient der allgemeingültige Bildungsplan des Landes Baden-Württemberg, ergänzt mit einem Maximum von ästhetischen Aspekten.

Ein Austausch mit kreativ Schaffenden ist uns besonders wichtig. Die Schülerinnen und Schüler lernen über Künstler*innen und lernen zugleich mit ihnen. Sie kommen mit Bildhauer*innen, Maler*innen, Filmemacher*innen und anderen kreativen Menschen zusammen und verwirklichen mit ihnen gemeinsame Projekte.

Unser pädagogisches Team

Carmen Müller

Lernbegleiter*In

Carmen Müller ist die erste Lernbegleiterin im Team. Sie ist Freinet-Pädagogin und Fachlehrerin für den Ästhetischen Bereich,

mit 7 Jahren Erfahrung an den Lernzeiträumen von den Klassen 1-11.

 

Wir sind immer noch auf der Suche nach Unterstützung.

Wenn du Interesse an einer Lernbegleiter-Stelle hast,

freuen wir uns auf deine Bewerbung.

Pädagogische Beratung

Dipl.-Päd. Signe Brunner-Orawsky unterstützt die Freie Waldschule Heidelberg beratend mit ihrer

langjährigen Erfahrung bei allen konzeptionellen und pädagogischen Themen.

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Unsere Schule steht allen Kindern offen – unabhängig von ethischen, sozialen oder religiösen Hintergründen, Geschlecht oder Behinderung. Wichtig ist, dass die Eltern hinter den Leitgedanken unseres Schulkonzeptes stehen und gemeinsam mit uns und ihren Kindern diesen neuen Weg gehen. In einem persönlichen Aufnahmegespräch lernen wir uns kennen und beantworten alle aufkommenden Fragen.
Die Unterschiede in Kürze:
  • Circa 2/3 des gesamten Unterrichts finden im Wald/draußen statt. Damit fördern wir die Gesundheit der Kinder, sowie das Bewusstsein für Umwelt und Nachhaltigkeit
  • unser ästhetischer Ansatz ermöglicht allen Kindern einen kreativen und alle Sinne ansprechenden Zugang zum Lernen
  • wir arbeiten in fächerübergreifenden und kompetenzübergreifenden Projekten
  • Frontalunterricht wird ersetzt durch Freiarbeit und Projekte
  • in sogenannten Familienklassen von etwa 20-24 Schülern lernen die Schüler*innen altersgemischt voneinander und miteinander. Die Erfahrung zeigt, dass die Schüler*innen somit bessere Lernergebnisse erzielen.
  • statt Leistungs- und Notendruck stehen vertrauens- und respektvolle Beziehungen zwischen Schüler*innen untereinander und den Lernbegleiter*innen im Fokus. Das Vertrauen liegt in den Entwicklungskräften der Kinder. Leistungsnachweise erfolgen individuell. Die Lernbegleiter*innen erstellen eine detaillierte, anerkannte Leistungsdokumentation.
Nein, bei dem ästhetischen Ansatz unseres Konzepts geht es nicht um künstlerische Kompetenzen, sondern vielmehr um einen kreativen Umgang mit Lerngegenständen. Die Schüler*innen zeichnen, bauen, schreiben, musizieren oder spielen Theater, um auf diese Weise ästhetisch, kreativ und vor allem mit allen Sinnen einen Zugang zum jeweiligen Lerngegenstand zu erhalten. Wie neurowissenschaftliche Studien in Bereichen der ästhetischen Transferwirkung zeigen, fördern wir so auf diese Weise die Lust am Lernen und die Kinder verankern Gelerntes nachhaltig.
Nein. Freie Schulen unterscheiden sich vor allem durch ihre besondere pädagogische Ausrichtung von staatlichen Schulen. An unserer Schule wird jedes Kind auf seinem Entwicklungsstand abgeholt. Das Wort „Lernschwierigkeit“ existiert bei uns nicht. Jedes Kind entwickelt bei uns seine Kompetenzen und Fertigkeiten in seinem individuellen Tempo. Durch unsere besondere pädagogische Ausrichtung ermöglichen wir jedem Kind Zugang zu den Lerninhalten.
Wie wissenschaftliche Studien zeigen, aktiviert Notengebung und Sitzenbleiben das Bestrafungs- und Belohnungszentrum im Gehirn. Dadurch ist die Lernmotivation durch extrinsische Faktoren bestimmt. Gelerntes wird meist sofort wieder vergessen. An unserer Schule liegt der Fokus auf nachhaltigem Lernen. Und dies erreichen wir, in dem wir die intrinsische Motivation der Schüler*innen durch die unterschiedlichen Sinneserfahrungen in unserem waldpädagogischen und ästhetischen Bildungsansatz wecken. Echte Freude und Eifer am Lernen wird bei uns nicht durch Noten oder Druck gebremst.
Aus Erfahrungen anderer Schulen mit freien Konzepten bundesweit wissen wir, dass Kindern aus Freien Schulen den Übergang zu weiterführenden Schulen genauso gut oder schlecht meistern wie Schüler*innen aus Regelschulen. Darüber hinaus sind die Schüler*innen von Schulen mit non-konformer Pädagogik meist zusätzlich in der Lage, eigenständiger zu arbeiten, selbständiger zu lernen, sowie sich Wissen anzueignen, und verfügen über eine hohe soziale Kompetenz. Unsere Schüler*innen lernen, selbst zu lernen. Diese Fähigkeit ist besonders wichtig, um die für die Prüfungsfächer relevanten Inhalte sich schnell und selbstständig anzueignen und abzurufen. Außerdem zeichnen sich Schüler an freien Schulen durch Kreativität, Teamfähigkeit und emotionale Intelligenz aus - alles Fähigkeiten, die in der Berufswelt notwendig sind. Auch hier zeigen die Erfahrungen anderer Schulen mit alternativen pädagogischen Konzepten, dass Kinder aus diesen Bildungseinrichtungen einen Schulabschluss meist überdurchschnittlich gut bewältigen. Sollte ein Schulwechsel erforderlich sein – insbesondere bei Übergang auf eine weiterführende Schule nach der 4. Klasse -, werden die Eltern gebeten, diesen rechtzeitig anzukündigen, um gemeinsam Maßnahmen zu entwickeln, die dem Kind den Übergang erleichtern können. Die Anforderungen des baden-württembergischen Bildungs- und Erziehungsplanes werden beim Übergang in eine andere Grundschule oder eine weiterführende Schule umgesetzt. Das bedeutet, dass unsere Lernbegleiter*innen die Eltern und Kinder hinsichtlich des weiteren Bildungsweges beraten und frühzeitig Kontakt zur aufnehmenden Schule suchen, um über das Schulkonzept der Freien Waldschule Heidelberg im Allgemeinen und die Stärken und Schwächen des einzelnen Kindes im Besonderen zu informieren. Wir planen nach der Genehmigung vom Regierungspräsidium, unsere Grundschule auf die Sekundarschule auszuweiten. Die Abschlussprüfung können die Schüler dann extern ablegen.
Uns ist es wichtig ein respektvolles Miteinander zu leben, in dem die größtmögliche Entfaltungsmöglichkeit bei gleichzeitiger Sicherheit durch einen klaren Rahmen ermöglicht wird. Dafür bieten wir liebevolle Begleitung und klare Strukturen. Es gibt Regeln im Umgang miteinander, im Verhalten im Wald und im Gebäude, an die sich alle gleichermaßen halten müssen. Nur so ist ein angenehmes und liebevolles Miteinander möglich. Es ist ebenso wichtig, dass Kinder auch Grenzen kennenlernen. Innerhalb dieses Rahmens können wir die Schüler*innen ihren Lernbedürfnissen entsprechend begleiten. Wir wollen eine kooperative, soziale und teamfähige Gruppe etablieren. Studien zeigen, dass besonders der Wald als Lernort, einen solchen Verbund positiv beeinflusst.
Ein Quereinstieg ist jederzeit möglich. Voraussetzung für die Aufnahme jedes Kindes ist die Bereitschaft der Eltern, das besondere pädagogische Konzept der Schule als Basis für die Kooperation zwischen Elternhaus und Schule anzunehmen und sich mit der Pädagogik unserer Bildungseinrichtung auseinander zu setzen. Dazu gehören die Kenntnis der in Schriftform vorliegenden Konzeption ebenso wie der Besuch verschiedener thematischer Veranstaltungen der Freien Waldschule Heidelberg. Eine Erziehungspartnerschaft, die durch einen Konsens bezüglich der Bildungs- und Erziehungsziele gekennzeichnet ist, sehen wir als unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Schulzeit der Kinder. Die Aufnahme der Kinder soll im Einverständnis aller Beteiligten – Kinder(n), Eltern und Lernbegleiter*innen der Einrichtung - erfolgen. Nach einem Aufnahmeverfahren, welches den Eltern und den Kindern ein aktives Kennenlernen der pädagogischen Grundsätze der Schule ermöglicht, folgt der Antrag beider Eltern bzw. Erziehungsberechtigten. Entsprechend der Satzung des Vereins werden Kinder unabhängig von ethnischen, sozialen oder religiösen Hintergründen, Geschlecht oder Behinderung aufgenommen.
Der Wald bietet sehr gute Voraussetzung für die Betreuung und Förderung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in körperlicher wie auch geistiger Hinsicht. Vielfältige Erfahrungsräume sind vorhanden und bieten unterschiedliche Wahrnehmungserfahrungen, ohne, dass diese konstruiert werden müssen: Vögel, Regen, unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten, der Wald als offenes Bewegungsangebot und vieles mehr. Die Kinder haben Zeit, zu fühlen und zu beobachten. Alles Faktoren, die Integrationsprozesse positiv beeinflussen. Da keine bestimmten Voraussetzungen notwendig sind, um sich künstlerisch zu betätigen, schafft das ästhetische Gestalten in unserem Schulkonzept einen großen Raum zum Ausprobieren. Sowohl Kinder mit Autismus-Spektrum, körperlicher Beeinträchtigung, Hochbegabung, Kinder, die zum Beispiel noch nicht die deutsche Sprache erlernt haben, oder Kinder mit geistigen Beeinträchtigungen können an diesem Prozess teilnehmen. Unsere Binnendifferenzierung mit unterschiedlichen Lernzielen und einem zieldifferenzierten Lernen bieten gute Voraussetzungen für eine funktionierende und gelebte Inklusion. Verschiedene Altersstufen, Begabungen und Temperamente sollen miteinander lernen können, mit verschiedenen Stärken und Schwächen und mit unterschiedlichem Lern- und Entwicklungstempo. Jedes Kind darf in seinem eigenen Tempo lernen, mit seinen eigenen individuell abgesteckten Zielen. Ein beeinträchtigtes Kind unterscheidet sich daher nicht in seiner Behinderung, sondern nur in seinem abgesteckten Ziel von den anderen. Gleichzeitig bewerten die Lernbegleiter*innen die Kinder nur nach ihren individuellen Zielen. Die Schüler*innen werden nicht nach Leistungsstand und Begabung selektiert, was ihnen eine freie Identitätsentwicklung ermöglicht. Mögliche Grenzen bei der Aufnahme eines beeinträchtigten Kindes entstehen allerdings dann, wenn das Kind durch eine starke Behinderung auch mit bestmöglicher individueller Begleitung und räumlichen Ausstattung nicht in der Lage ist, die natürliche Umgebung Wald für seine Entwicklung nutzen zu können. Eine verantwortliche Entscheidung über die Möglichkeit einer Aufnahme wird im Einzelfall und in enger und transparenter Zusammenarbeit der Leitung und des Trägers der Einrichtung mit den Eltern des Kindes, den Ärzten und ggf. Therapeuten getroffen. Inklusion gibt Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung die Chance, Verständnis und Respekt für die Andersartigkeit und Besonderheit anderer Menschen zu entwickeln und selbstverständlich gegenseitige Hilfsbereitschaft zu praktizieren. Um dies zu schulen, ist es besonders wichtig, dass Kinder möglichst früh gemeinsam und voneinander lernen, sodass Vorurteile erst gar nicht entstehen. Der selbstverständliche Umgang mit Vielfalt trägt wesentlich zur Wertebildung bei und schafft ein Bewusstsein für gesellschaftliche Verantwortung. Da unsere Gesellschaft sich ihrer Vielfältigkeit zunehmend bewusst wird, sind dies wichtige Kernkompetenzen.
Da die Schüler*innen bereits sehr früh in ihrem privaten Umfeld in Kontakt mit Smartphone, Computern und anderen technischen Apparaten kommen, legen wir an der Freien Waldschule daher großen Wert auf einen bewussten Umgang mit diesen Geräten. Statt neue Geräte einzuführen und den Alltag noch digitaler zu machen, wollen wir ein Bewusstsein dafür schaffen, wann digitale Medien nützlich sein können und wann es mehr Sinn macht, sich seines analogen Verstandes zu bedienen und wie sich mit echtem Erleben ein Ausgleich schaffen lässt. Uns ist es darüber hinaus wichtig, die Schrift- und Rechenkompetenz, ohne den Einsatz digitaler Medien aufzubauen. Studien zeigen, dass die Lernfähigkeit höher ist, wenn mit der Hand geschrieben wird. Darüber hinaus wirkt sich eine neuronale Überaktivierung des Gehirns, beispielsweise durch zu viel und negativen Einsatz der digitalen Medien, negativ auf die Ausreifung des Vorderhirns aus. Ein verantwortungsvoller und dem Alter entsprechender Umgang im Gebrauch von digitalen Medien ist daher essentiell. Dennoch wollen wir den Kindern die Vorteile digitaler Medien vor allem bei der Projektarbeit näherbringen. Gerade mobile Geräte wie Tablets lassen sich sehr gut in den Wald mitnehmen, um Projekte zu filmen oder zu fotografieren sowie zur Dokumentation und Präsentation von Ergebnissen. Auch für Recherchezwecke ist der Einsatz von Tablets und PCs vorgesehen.